Problem verschärft sich – Technisches Personal händeringend gesucht

40 Prozent der Wohnungs- und Immobilienunternehmen geben an, Schwierigkeiten bei der Neubesetzung von Techniker- und Bauingenieurstellen zu haben. Dies ergab eine Umfrage, die die EBZ Akademie durchgeführt hat. Aufwendige Rekrutierungswege, hohe Suchkosten und längere Vakanzen sind die Folge. Und die Situation dürfte sich in Zukunft noch einmal verschärfen.

Die Akquise von technischem Personal stellt gerade viele mittlere und kleinere Wohnungsunternehmen vor besondere Herausforderungen. 70% geben an, den Fachkräftemangel im technischen Bereich deutlich zu spüren, 28% sehen sogar eine Beeinträchtigung der Kundenzufriedenheit als Folge der vakanten Stellen. Während sie im kaufmännischen Bereich durch die Ausbildung von Immobilienkaufleuten über eine breitere Rekrutierungsbasis verfügen, ist die Situation bei den technischen Berufen diffus. Der Arbeitsmarkt ist intransparent und der Zugang zu den klassischen Ausbildungsstätten fehlt. Laut einer Umfrage der EBZ Akademie nutzen rund 83% der Unternehmen kostenpflichte Stellenanzeigen und rund 73% Internet-Jobbörsen als Rekrutierungsplattformen. Doch die häufig unbekannte Wohnungswirtschaft steht mit anderen Branchen in Konkurrenz, die mit Konzernstrukturen häufig mehr „Glamour" und bessere Aufstiegschancen bieten. Bei den wenigen Bewerbern, die auf die Wohnungswirtschaft treffen, klagen rund 69% der Unternehmen über fehlendes Qualifikationsniveau der Kandidaten.

Potenzial entdecken und eigene Mitarbeiter fördern

Vor diesem Hintergrund wird es für die Unternehmen zunehmend attraktiver, eigenen Mitarbeiter mit kaufmännischem Wissen durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und diese offenen Stellen zu besetzen. Bereits 66% der Unternehmen geben an, gegen den Fachkräftemangel im technischen Bereich mit Hilfe von systematischer Personalentwicklung der eigenen Mitarbeiter anzugehen. So auch die Rheinwohnungsbau GmbH aus Düsseldorf: „Das Ziel unserer Personalentwicklungsstrategie ist es, den Veränderungen der Arbeitswelt aktiv zu begegnen. Das kann uns nur durch systematische Weiterbildung der Mitarbeiter gelingen. Daher bieten wir in Kooperation mit dem EBZ die Weiterbildung zum Immobilientechniker an, um insbesondere dem Mangel an qualifizierten Fachkräften entgegenzuwirken und unseren Servicebereich auszubauen“, erklärt Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer und Vorsitzender der Rheinwohnungsbau GmbH.

Immobilienkaufleute mit hoher technischer Affinität zu Immobilientechnikern zu qualifizieren, bietet zahlreiche Vorteile. Die Fachkräfte bringen Kommunikationsstärke und Kundenerfahrung sowie ein breites kaufmännisches und technisches Know-how mit. Außerdem kennen sie die Denkweisen aus der Immobilienverwaltung und können so helfen, die in der Wohnungswirtschaft typischen Schnittstellenkonflikte zwischen Verwaltung und Technik zu reduzieren. Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, entwickelte die EBZ Akademie in einem intensiven Diskussionsprozess mit Praktikern aus den Unternehmen sowie den ingenieurswissenschaftlichen Hochschullehrern der EBZ Business School den Zertifikatslehrgang „Geprüfte/r Immobilientechniker/in (EBZ)“.

Zertifikatslehrgang "Geprüfte/r Immobilientechniker/in (EBZ)" verbindet Technik und Betriebswirtschaft

„Der EBZ Lehrgang „Geprüfte/r Immobilientechniker/in“ ist für uns eine ideale Ergänzung zur traditionellen kaufmännischen Ausbildung der Immobilienwirtschaft. Wir schaffen Verständnisbrücken zwischen Technik und Betriebswirtschaft, die zu besseren Entscheidungen für unsere Genossenschaft und ihre Mitglieder führen“, erläutert Ingo Theel, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG aus Hamburg.

Benötigen Unternehmen z.B. im Zusammenhang mit Großmodernisierungen oder Neubauvorhaben noch höher qualifizierte Fachkräfte, die z.B. als Baustellenaufsicht tätig sein sollen, können auch Immobilientechniker zu geprüften Bauleitern ausgebildet werden. Auch hier profitieren sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber. Denn der Fachkraft werden Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt, während das Unternehmen Stellen durch Fachkräfte besetzen kann, die bereits im Unternehmen tätig waren.

Zertifikatslehrgang „Geprüfte/r Bauleiter/in (EBZ)“ erweitert gewerkeübergreifendes Fachwissen

„Wir sind ein kommunales Wohnungsunternehmen und haben uns entschlossen, im Zuge unserer Neubaumaßnahmen so viel wie möglich an Bauvorhaben im eigenen Hause abzubilden“, sagt Achim Leirich, Geschäftsführer der GWG Wohnungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Rhein-Erft. „Deshalb haben wir diesen Bereich personell stark erweitert. Die mittlerweile 14 Mitarbeiter wollten wir für die Aufgaben bestmöglich vorbereiten, immerhin treffen im Berufsalltag immense Anforderungen auf Bauleiter.“

Das Unternehmen hat zum wiederholten Male eine Fachkraft zum Zertifikatslehrgang „Geprüfte/r Bauleiter/in (EBZ)“ gesendet. „Der Lehrgang erweitert das gewerkeübergreifende Fachwissen, die Fähigkeiten im Bauprojektmanagement und gibt rechtliche Kenntnisse sowie kaufmännisches Wissen an die Hand. Das Feedback von unserem Mitarbeiter war sehr positiv, die Auswirkungen auf seine Arbeit ebenfalls, sodass wir uns entschlossen haben, eine weitere Mitarbeiterin zum Lehrgang zu entsenden“, so Achim Leirich.

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