Fünf Jahre RESI – Start-up-Schmiede der Immobilienbranche feiert Erfolge

Mit dem RESI Innovationsforum 2026 hat die EBZ Business School am 28. Mai den Abschluss eines Projekts gefeiert, das in den vergangenen fünf Jahren viel bewegt hat. RESI steht für „Real Estate Start-up Incubator“ – und genau darum ging es seit dem Start im Juni 2021: Gründungsideen fördern, Studierende für unternehmerisches Denken begeistern und die Vernetzung zwischen Start-ups, Wissenschaft und Branche stärken. „Wir brauchen Innovation – und wir brauchen mehr mutige Menschen, die Innovation gestalten“, sagte EBZ-Vorstandsvorsitzender Klaus Leuchtmann. „PropTech-Unternehmen sind dabei die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.“

Die Branche unter Veränderungsdruck

Dass die Branche diesen Ansatz dringend benötigt, machte Prof. Dr.-Ing. Heiko Gsell, Projektleiter von RESI, deutlich. Sinkende Erträge, Fachkräftemangel, steigende regulatorische Anforderungen sowie Themen wie Klimawandel und Energiewende erhöhten den Innovationsdruck erheblich. Gerade klein- und mittelständische Wohnungsunternehmen seien deshalb auf digitale Lösungen von PropTechs angewiesen.

Umso wichtiger sei es, „Strukturen und Prozesse der Zusammenarbeit zwischen PropTechs und Wohnungsunternehmen aktiv zu gestalten“, so Gsell. Erfolgreiche Kooperationen bräuchten Transparenz, passende Rahmenbedingungen und Pilotprojekte mit schnellen sichtbaren Erfolgen. Beispiele seien Kooperationen wie Youtilly und Erftland oder meravis und Sigmaheat, bei denen digitale Lösungen helfen, Energieverbräuche transparenter zu machen und Heizungsanlagen mithilfe digitaler Zwillinge effizienter zu steuern.

Sein Appell ins Publikum: „Sicher, es braucht Mut, bei der Digitalisierung mit großen Schritten voranzuschreiten. Aber Anpassungen der Strukturen sind erforderlich. Bitte fördern Sie Menschen und Gründer, denn die Branche braucht Ideen!“ Und an die Gründer gerichtet, sagte er: „Seien Sie mutig und selbstbewusst!“

Fünf Jahre Netzwerk, Austausch und Praxisnähe

Leonie Gröning, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, zog eine positive Bilanz. Besonders das Netzwerk rund um RESI habe sich stark entwickelt. Dankbar blickt das Projektteam dabei auf die intensive Unterstützung durch den Beirat, die Bochumer Hochschulen sowie die Verbände der Wohnungswirtschaft, von der auch die geförderten Gründer profitierten. Das RESI-Veranstaltungsangebot wurde sehr gut angenommen, die Teilnehmerzahlen stiegen kontinuierlich. Als Erfolgsfaktor bezeichnete Gröning vor allem die enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Reale Fragestellungen aus dem Startup-Alltag wurden direkt in Vorlesungen und Workshops integriert und machten Innovation für Studierende greifbar.

RESI begleitete Gründungsinteressierte von der ersten Idee bis zur möglichen Unternehmensgründung – mit Beratung, Mentoring, Netzwerkzugängen sowie Fördermöglichkeiten wie die eigene KickStart-Anschubfinanzierung. Formate wie die „RESI Impact Night“ oder die „EBZ PropTech Days“ brachten Studierende, Start-ups und Unternehmen der Immobilienwirtschaft zusammen. Sichtbarkeit erhielt RESI zudem auf Branchenevents wie dem GdW WohnZukunftsTag.

Start-ups zeigen konkrete Lösungen

RESI wurde mit 1,2 Millionen Euro des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt realisiert: Eine gut angelegte Förderung, wie bei der Vorstellung dreier Startup-Pitches deutlich wurde: Insgesamt wurden durch RESI fünf Projekte gefördert und noch mehr Ideen begleitet, die nun ebenfalls durchstarten.

Melvin Dübbert präsentierte mit „Öko²“ ein digitales Tool, das Eigentümerinnen und Eigentümer bei energetischen Sanierungsentscheidungen unterstützen soll. Unter dem Leitgedanken „Nicht mehr. Nicht weniger. Genau richtig dämmen.“ will das Startup komplexe Zusammenhänge verständlich machen und so Kosten, Aufwand und CO₂-Ausstoß reduzieren. Auf sein zugrundeliegendes Verfahren hat er bereits ein Patent angemeldet.

Unter dem Claim „Erlebbar. Besser. Vermieten.“ adressiert das bereits gegründete Unternehmen von Maximilian Paahsen die Veränderungen auf dem Mietmarkt – insbesondere im Gewerbeimmobilienbereich. Er stellte mit „Revico.ai“ eine KI-gestützte Lösung für die Vermarktung von Büro- und Retailflächen vor. Und hat angesichts der wachsenden Zahl seiner Kunden bereits acht Mitarbeiter in Festanstellung!

Patrice Alain Graeffly präsentierte mit „friday“ eine digitale Assistenzlösung für Hausverwaltungen. Sein Ansatz: „Was wäre, wenn Anfragen sich von selbst lösen?“ Friday unterstützt Verwaltungen mit KI-gestütztem Support bei Standardanfragen, Schadensmeldungen oder der Mieterkommunikation. Graeffly bezeichnete Friday als „digitales Teammitglied für die Verwaltung von Immobilien“ und feilt in Kooperation mit mehreren großen Branchenunternehmen bereits an der Marktreife.

 

Entrepreneurship und Innovation im Studium

In einer Diskussionsrunde ging es um die Frage, wie Studierende stärker zum unternehmerischen Denken befähigt werden können. Prof. Dr. Marco Schwenke betonte die Bedeutung praxisnaher Fragestellungen, insbesondere für nebenberuflich Studierende. Annika Wagner, Studentin und Gründerin, hob den Praxisbezug des Studiums hervor. EBZ-Business-School Rektor Prof. Dr. Daniel Kaltofen verwies auf den für RESI entwickelten, weiterhin im Master integrierten „ImmoManager“, Deutschlands komplexeste Immobiliensimulation. Prof. Dr. Torsten Bölting machte deutlich: „Die Branche braucht mehr mutige Leute, die voranschreiten.“ Prof. Dr.-Ing. Heiko Gsell ergänzte, dass Wohnungsunternehmen und PropTechs künftig noch enger an konkreten Problemlösungen zusammenarbeiten müssten.

Auch die Perspektive der Weiterbildung spielte beim Innovationsforum eine wichtige Rolle. Bianca Skottki, Bereichsleiterin Weiterbildungscampus der EBZ Akademie, stellte das EBZ als Innovationslabor der Wohnungswirtschaft vor. Sie zeigte auf, wie Forschung, Bildung und Praxis im EBZ-Kosmos zusammenwirken und wie Unternehmen mit praxisnahen Qualifizierungsangeboten bei Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Prozessautomatisierung, Cybersecurity und nachhaltiger Transformation unterstützt werden.

Der Innovationsgedanke lebt weiter

Mit dem offiziellen Ende von RESI läuft zwar die Förderphase aus, nicht jedoch der Innovationsgedanke am EBZ. Viele Netzwerke, Veranstaltungsformate und Kooperationen sollen fortgeführt werden. Oder anders gesagt: Aus einem Förderprojekt am EBZ ist in fünf Jahren ein lebendiges Innovationslabor für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft geworden.