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05. März 2020 - Beruf und Chance
Die Branchen der Immobilienmakler und Immobilienverwalter unterliegen seit 2018 erstmals einer gesetzlichen Weiterbildungspflicht. Die vorgeschriebene Frist zur Erbringung der insgesamt 20 Pflichtstunden innerhalb von drei Jahren endet erstmals Ende dieses Jahrs. Die Deadline ist der 31.12.2020. Grund genug, sich einmal genauer mit der Frage zu beschäftigen, welche Branchenvertreter von der Weiterbildungspflicht betroffen sind und wo es „Ausnahmeregelungen“ in der neuen Gewerbeordnung gibt.

Weiterbildungspflicht nach MaBV für Immobilienmakler und Immobilienverwalter endet erstmals 2020 – Bin ich betroffen?

Die Branchen der Immobilienmakler und Immobilienverwalter unterliegen seit 2018 erstmals einer gesetzlichen Weiterbildungspflicht. Die vorgeschriebene Frist zur Erbringung der insgesamt 20 Pflichtstunden innerhalb von drei Jahren endet erstmals Ende dieses Jahrs. Die Deadline ist der 31.12.2020.

Grund genug, sich einmal genauer mit der Frage zu beschäftigen, welche Branchenvertreter von der Weiterbildungspflicht betroffen sind und wo es „Ausnahmeregelungen“ in der neuen Gewerbeordnung gibt.

Keine „Alte-Hasen-Regelung“

In früheren Gesetzesentwürfen war noch von einer „Ausnahme“ bei Bestandsmaklern und -verwaltern von der Weiterbildungspflicht die Rede. Diese so genannte „Alte-Hasen-Regelung“ fand keinen Eingang in die finale Änderung der Gewerbeordnung. Daher sind sämtliche gewerbetreibende Immobilienmakler und Immobilienverwalter, die 2018 oder früher ihre Gewerbeerlaubnis erhalten haben, von der Weiterbildungspflicht betroffen. Die dreijähre Frist zur Erbringung der 20 Weiterbildungsstunden endet daher erstmals auch für die „Alten Hasen“ mit dem Ausgang des Jahres 2020.

Makler für Gewerbeimmobilien nicht ausgenommen!

Die Gewerbeordnung sieht ausdrücklich keine Ausnahmeregelung für Gewerbeimmobilienmakler und -verwalter vor. Auch wenn der Inhaltskatalog zur Weiterbildungspflicht dem ersten Anschein nach auf die Weiterbildung im Wohnimmobilienbereich zugeschnitten scheint, sind Immobilienverwalter und Immobilienmakler im gewerblichen Bereich ausdrücklich in der Gewerbeordnung benannt und zur Weiterbildung verpflichtet.

Geschäftsführer, Assistenzen und Auszubildende können auch betroffen sein

Die Gewerbeordnung besagt, dass „unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkende beschäftigte Personen“ zur Weiterbildung verpflichtet sind. Also auch Angestellte oder Mitarbeiter, die Makler oder Verwalter unterstützen. Wenn der Geschäftsführer eines Unternehmens auch selbst Immobilien vermakelt, die Vertriebsassistenz oder der Auszubildende selbstständig die Exposee-Erstellung übernimmt, greift die Weiterbildungspflicht. Gleichsam greift sie, wenn in der Immobilienverwaltung beispielsweise die Wohngeldabrechnungen erstellt oder Vermietungsgespräche geführt werden. Sind die Mitarbeiter administrativ tätig, beispielsweise bei der Geschäfts- oder Personalsteuerung oder Buchhaltung, so sind sie von der Weiterbildungspflicht nicht betroffen.

Auszubildende zum/r Immobilienkaufmann/-frau und angehende Immobilienfachwirte sind ausgenommen

Die Ausbildung zum/r Immobilienkaufmann/-frau (IHK) und die Aufstiegsfortbildung Immobilienfachwirt/in (IHK) gilt ausdrücklich als Weiterbildung. So ist ein Teil der Auszubildenden in den Betrieben ausdrücklich nicht betroffen, ebenso sind es die angehenden Fachwirte.

Ausnahmeregelung für kleine Betriebe und Abteilungen

Eine Ausnahmeregelung sieht eine Entlastung von Kleinstbetrieben vor: Sollte der Inhaber eines Unternehmens oder Vorgesetzte in geringen Umfang Angestellte beschäftigen oder ein Vorgesetzter sein, dem die „Aufsicht übertragen“ worden ist, so ist lediglich er von der Weiterbildungspflicht betroffen. Seine Mitarbeiter sind dann von der Weiterbildungspflicht ausgenommen. Eine genaue Unternehmensgröße ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es ist lediglich die Rede von einer „angemessenen Zahl“ von Gewerbetreibenden.

Genossenschaften und gemeinnützige Unternehmen sind ausgenommen

Die Gewerbeordnung sieht eine Weiterbildungspflicht für Unternehmen mit einem gewerblichen Zweck vor. Dies sind demnach Personen und Unternehmen, die gewinnorientiert ausgelegt sind. Sie handeln per Auftrag und gegen Entgelt von Kunden. Daher sind Genossenschaften mit einem gemeinnützigen Zweck oder Wohnungsunternehmen, die nicht auf die Erzielung von Einkünften und Gewinnen ausgelegt sind, nicht von der Weiterbildungspflicht betroffen. In dieser Form sind beispielsweise auch Mitarbeiterinnen von Sparkassen und Volksbanken von der Weiterbildungspflicht nicht direkt betroffen.

Der Einzelfall entscheidet

Die Inhalte der Gewerbeordnung sind tatsächlich nicht darauf ausgelegt, jeden etwaigen Einzelfall zu behandeln. Ein Beispiel hierfür sind Tochterunternehmen von Sparkassen und Volksbanken. Diese können sehr wohl von der Weiterbildungspflicht betroffen sein, denn sie dienen oft einem gewerblichen Zweck. Sollten Sie unsicher sein, lassen Sie sich im Einzelfall beraten. Ansprechpartner für Fragen sind immer Ihre Ansprechpartner in den regionalen IHKs. Bei Fragen helfen auch gerne die Branchenspezialisten der EBZ Akademie.

Trotz „Pflicht“ ist Weiterbildung die „Kür“

In der Tat müssen sich Vertreter der Branchen Immobilienmakler und Immobilienverwalter an einen zeitlichen und monetären Mehraufwand gewöhnen, die eine Weiterbildungspflicht mit sich bringt. Jedoch kann auch eine „Pflicht“ zur „Kür“ werden, wenn man die Weiterbildung als Chance für sich und das Unternehmen sieht. Suchen Sie sich daher die für sich und Ihr Unternehmen passende Weiterbildung aus! Die EBZ Akademie bietet zur Erfüllung der Weiterbildungspflicht eine Vielzahl von Veranstaltungen an. Weiterbildung sollte immer ganz individuell auf zeitliche und persönliche Anforderungen zugeschnitten sein. Ab Juli 2020 bieten wir zunächst für Immobilienmakler – später auch für Immobilienverwalter – ein voll digitales Angebot zur Erfüllung der Weiterbildungspflicht an.

 

 

Kommentare

Rudolf Koch

12. März 2020

Der reine Gewerbeimmobilienverwalter (also keine WEG-Verwaltung) ist nach dem Wortlaut des § 34c Abs. Nr. 4 GewO nicht von der Weiterbildungspflicht betroffen. Der Gesetzgeber hat nur die Verwalter verpflichtet die Wohnimmobilien gem § 549 BGB (WEohnraummietverhältnisse) verwalten. Sonst ist der Blogbeitrag aber sehr gut.

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Fabian Fleissner

Weiterbildung ist eines der wichtigsten Themen unserer Gegenwart und unserer Zukunft. Für eine individuelle und persönliche Beratung nehme ich mir daher gerne für Sie Zeit.