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Beratung Training Dialog

27. Februar 2019 - Branchentrends

Mit Compliance Unternehmenskulturen gestalten

Ein Gespräch mit Peter Zawilla, Compliance-Berater bei vielen mittelständischen Unternehmen und Geschäftsführer der FMS Fraud & Compliance Management Services GmbH.

EBZ Akademie: Herr Zawilla, es gibt Compliance-Beauftragte, die ihre Aufgabe als lästige Pflicht empfinden. Was antworten Sie diesen, damit ihnen ihr Job wieder mehr Spaß macht? 

In erster Linie wäre es wichtig, dass ein Compliance-Beauftragter seinen Job intrinsisch motiviert macht und nicht, weil ihm diese Aufgabe verordnet worden ist. Man kann sehr viel bewegen in spannenden (zwischenmenschlichen) Themengebieten, aber es bedarf Geduld und große innere Überzeugung. Ein wenig Begeisterung für die zahlreichen spannenden Facetten einer Tätigkeit als Compliance-Beauftragter sollte auch dazu gehören.

EBZ Akademie: Stellen Sie sich vor, Sie hätten nur zehn Stunden in der Woche Zeit, um eine Compliance-Kultur in einem Unternehmen mit 20 Mitarbeitern zu initiieren und zu entwickeln. Was würden Sie tun?

In erster Linie kommunizieren und die Sensibilität für den „Instinkt zum Selbstschutz“ bei den Mitarbeitern stärken. Übrigens, zehn Stunden für Compliance für 20 Mitarbeiter ist durchaus viel. Das wären umgerechnet 100 Stunden (rund 2,5 Vollzeitarbeitskräfte) in einem Unternehmen mit 200 Mitarbeitern. Damit ist sehr viel zu bewegen.

Peter Zawilla

Compliance-Berater

Geschäftsführer der FMS Fraud & Compliance Management Services GmbH

EBZ Akademie: Häufig werden Compliance-Beauftragte als „schwarze Ritter“ empfunden. Wie kriegt man diesen Ruf wieder los?

In dem man im Rahmen seiner Tätigkeit gegenüber den Kollegen die präventive Beratungsfunktion des Compliance-Beauftragten gegenüber der Kontroll- und Überwachungs­aufgabe in den Vordergrund stellt.

EBZ Akademie: Die Tätigkeiten von Compliance-Beauftragten stellen sich viele investigativ vor. Passt diese Vorstellung?

Ja, allerdings nur zum Teil: die Hauptaufgabe sollte idealerweise eher präventiv kommunikativ und „nach vorne“ gerichtet sein und nur wenn nicht vermeidbar investigativ und somit „rückwärts gerichtet“.

EBZ Akademie: Was sind aus Ihrer Sicht die höchsten Mehrwerte, die ein funktionierendes Compliance-Management erzielt?

Das Vertrauen der Kunden, Geschäftspartner und des Marktes in die Integrität und Redlichkeit eines Unternehmens schafft nachhaltige positive Reputation. Diese gilt es durch ein wirksames Compliance Management entsprechend zu (be-)schützen.

EBZ Akademie: Die Wohnungswirtschaft ist eine sehr bodenständige Branche. Ist dort die Einführung eines Compliance-Managements überhaupt sinnvoll?

Auch bei einer als bodenständig geltenden Branche gibt es Angriffsflächen durch unredliche Mitarbeiter und externe Kunden oder Geschäftspartner. Daher ist der Schutz durch ein WIRKSAMES Compliance Management alternativlos.

Herr Zawilla war bereits bei der EBZ Akademie im Einsatz. Seinen nächsten Auftritt hat er am 5. April 2019 im Rahmen des Arbeitskreises Interne Revision. Weitere Informationen finden Sie hier

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Christian Kesselring

Stellv. Leiter, EBZ Akademie

Der Praxisbezug sollte in der Erwachsenbildung im Vordergrund stehen. Aus diesen Grund beziehe ich bei der Entwicklung von Bildungsangeboten immer Menschen ein, für die das Angebot konzipiert werden soll.