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25. Juni 2018 - Digitalisierung

Die Architektur des digitalen Facility Managements

In einer der wichtigsten Branchen in Deutschland, der Immobilienwirtschaft, stehen dramatische Umwälzungen an. Es sind bereits erste Trends zu erkennen, die als Treiber einer digitalen Transformation wirken werden: Mittels „Big Data“ wird „Predictive Maintenance“ möglich und könn(t)en verlässliche Voraussagen zu Ausfällen von Aufzügen gemacht werden. Nicht nur virtuelle Wohnungsbesichtigungen, sondern auch Instandhaltungsprozesse können heute mittels VR-Brillen unterstützt werden.

Prof. Dr. Markus Thomzik

Westfälisches Energieinstitut

Fachbereich Maschinenbau und Facilitymanagement

Neue Technologien werden Taktgeber

Durch neue Möglichkeiten einer miniaturisierten Sensorik werden darüber hinaus die Performance von Gebäuden besser verstanden und detailliertere Real-Time-Gebäudenutzungsanalysen möglich. Es werden nicht nur mit Spezialkameras ausgestattete Drohnen routinemäßig als Hilfsmittel bei Inspektionen auf Dächern, sondern auch mobiler 3D-Druck ressourcenschonend für die Ersatzteilbereitstellung in Wartungsprozessen eingesetzt. Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Roboter werden künftig in vielen heute noch personalintensiven Routinen eingesetzt und ermöglichen zugleich ein neues Niveau ergebnisorientierter Service-Level. Aber das ist erst der Anfang.

Wie die Architekturen einer digitalisierten Immobilienwirtschaft aussehen werden, zeichnet sich insgesamt erst schemenhaft ab. Unzweifelhaft wird die Digitalisierung die Arbeitswelt rund um die Immobilie aber erheblich verändern. Es wird zu einer sehr schmerzhaften Umschichtung von Arbeitsinhalten kommen, da völlig neue Kompetenzen gefragt sind. Hier steht für eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft also eine riesige Kompetenzentwicklungsaufgabe an.

Handlungsorientierung oder Qualifikation?

Kompetenzentwicklung muss sich vornehmlich auf die Entwicklung und Entfaltung von implizitem Wissen beziehen. Denn: fachliche Handlungsfähigkeit wird maßgeblich durch implizites Wissen bestimmt. Herausragende Facilitymanager verfügen überdurchschnittlich häufig über eine große Handlungskompetenz. Im Volksmund bekannt als eine "hands on" Mentalität. Die Basis für eine hohe Handlungsorientierung im Berufsalltag ist die erfolgreiche Integration von explizitem und implizitem Wissen sowie von Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen, um stetig neue Herausforderungen im Arbeitsalltag lösungsorientiert begegnen zu können. Kurz gesagt, ist auch das Facilitymanagement ein Handlungsbereich in dem die (Berufs-)Erfahrung mehr zählt als die formale Qualifikation.

Die Zunahme der handlungsorientierten Kompetenzentwicklungsangebote im Bereich des Facilitymanagements zeigt, dass Bildungseinrichtungen dem aufkommenden Bedarf an Weiterbildung gerecht werden wollen. Zertifizierungsmaßnahmen von branchennahen Verbänden wie der GEFMA tragen dazu bei, dass ein einheitlicher Qualitätsstandard erreicht werden kann. Die besondere Herausforderung für die Kompetenzentwicklung im Facilitymanagement liegt dabei darin, den vor dem Hintergrund der Digitalisierung sich dynamisch verändernden Betriebsalltag mit Curricularen Anforderungen ins Gleichgewicht zu bringen.

 

Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf das Facility Management haben kann und wie ein betriebliches Innovationsmanagement helfen kann, erfahren Sie in meinem Seminar: "Innovationsmanagement und Digitalisierung im Facility Management" am 11.09.2018 in Frankfurt am Main.

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